Warum sind Frauen weniger wert als Männer?

Warum gelten Mädchen und Frauen als unrein und dürfen die Küche nicht betreten, wenn sie ihre Menstruation haben? Oder müssen sogar außerhalb des Hauses in einem Bretterverschlag schlafen, da sie niemanden und nichts berühren dürfen? Ist das in Deutschland genauso? Sind Männer und Frauen tatsächlich gleichberechtigt im Westen? Was kann man tun, um diese Ungerechtigkeit zu verändern? Warum werden Mädchen in die Prostitution in Indien verkauft? Was heißt eigentlich Prostitution?

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Ich war berührt, betroffen und auch begeistert über das Interesse, die klugen Fragen und die Offenheit der ungefähr 40 Nonnen, im Alter von 8 bis 28 Jahren. Unsere super engagierte und kreative Lehrerin Pasang hatte mich eingeladen, an 3 Nachmittagen mit ihr gemeinsam das Buch „Kumari and her adventure with her moon cycle“ im Unterricht vorzulesen, über unsere eigenen Erfahrungen zu berichten und Fragen zu beantworten – ich auf Englisch, Pasang anschließend auf Nepali. Ich hatte das Gefühl, hier passiert gerade etwas so Wichtiges: Aufklärungsarbeit in einem Land vieler Tabus, eine sehr reelle Unterstützung für die Mädchen im Alltag – und wie schön, dass wir „interkulturell“ auf viele Unterschiede eingehen konnten. Ich bin sehr dankbar, denn ich habe so viel gelernt, gelacht und hatte auch die ein oder andere Träne in den Augenwinkeln.

Während der Zeit, die ich im November/Dezember wieder in unserem Herzenskloster verbringen durfte, sind wir außerdem einmal quer durch Kathmandu einkaufen gegangen – Bücher! Storybooks, Bilderbücher, Comics, Wissensbücher, Romane – in Englisch und Nepali. Alles, was Pasang, unsere junge Lehrerin Pema und ich sinnvoll und spannend fanden, haben wir für den Beginn einer Bibliothek eingekauft. Wir starten mit einem Regal – doch es gibt auch schon Pläne, wo die Bibliothek entstehen soll.

Und natürlich hatten wir auch einen riesigen Spaß bei der gemeinschaftlichen Zubereitung von leckeren Momos – jede und jeder liebt sie!

Video zum Bild oben

Auch mit dem Thema Nachhaltigkeit, Anbau von eigenem Ost und Gemüse sowie Kompostierung geht es im Kloster weiter: Wir besuchen Krishna und Santos in Taudaha. Beide haben die Kevin Rohan Memorial Eco Foundation gegründet und beraten in Nepal u.a. zu den Themen Nachhaltigkeit, Permakultur, neue Schulformen, Bau von Häusern aus Flaschen, da diese in Nepal nicht recyclet werden, faire Herstellung von Kunsthandwerk und Schmuck. Khenpo, Choying Dolma und ich sind beeindruckt – Krishna möchte im Kloster mit den Nonnen und den dortigen Nachbarn, einen Schulungstag durchführen, um mit dem Thema Kompostierung im Kloster zu starten. Kostenlos! Denn ihm ist es wichtig, dass viele Menschen in Nepal Zugang zu diesem wichtigen Wissen erhalten!

Last but not least: Unsere ersten Gäste reisen an J. Liebevoll haben wir das im September eröffnete Gästehaus für unsere ersten Gäste Markus und Marina vorbereitet. Sieht es nicht einladend aus?

Markus, der den Bau des Gästehauses mit einer großzügigen Spende bedacht hat und Marina, die kontinuierlich den Bereich Bildung und die Gehälter der Lehrerinnen unterstützt, werden von Khenpo und Janchup sehr herzlich begrüßt. Wir alle essen gemeinsam mit den Nonnen, besuchen die Tara-Puja um 5.30 Uhr. Markus interessiert sich für alle Details im Tempel und fotografiert mit großer Begeisterung. Und für Marina, als Mathematiklehrerin, darf auch der Besuch des Mathe- und Computerunterricht nicht fehlen.

Wir freuen uns auf und über weitere Gäste, die in Zukunft im Gästehaus übernachten möchten, um das Leben ihrer Patentöchter und -schwestern kennen zu lernen. Bis dahin wird es dann hoffentlich auch warmes Wasser geben ;-)…im Moment sparen wir noch auf die Solaranlage, die dann das Gästehaus versorgen wird oder wir starten nochmals eine Spendenaktion J.

Zwei sehr aktuelle und dringende Themen: eine der Solaranlagen für die Nonnen ist defekt. Unsere Gäste Markus und Marina sind ganz spontan aktiv geworden, haben ihre Kontakte in Nepal genutzt, so dass wir kurzfristig die Reparatur organisiert bekommen und die Nonnen im anstehenden Winter glücklicherweise wieder warm duschen können. Danke, danke!  

Und als wir realisiert haben, dass die Mädchen und Frauen jede Woche ihre Wäsche von Hand waschen, dachten wir, wir sollten die noch vorhandenen Spenden dafür einzusetzen, dass zumindest eine erste Waschmaschine angeschafft und angeschlossen wird. Denn im Winter, mit kalten Händen und kaltem Wasser Wäsche sauber zu bekommen, ist ja nicht wirklich ein Spaß. Wir freuen uns, dass die Waschmaschine noch vor Weihnachten angeschafft werden kann.

Daher möchten wir an dieser Stelle allen danken, die uns kontinuierlich unterstützen: unseren Mitgliedern, den Patinnen und Paten unserer fast 70 Nonnen und allen Spender*innen, die all das o.g. ermöglichen. Lama Gondup, Khenpo, alle Nonnen und das Team des BTF wünschen von Herzen ein frohes Weihnachtsfest und im Neuen Jahr Frieden im Miteinander und in der Welt.

Und ich bin dankbar, dass ich dabei sein darf!

Von Herzen,

Gabriela