2018-11 Besuchsbericht Lucina Lanfranchi

Meine Anreise zum Nonnenkloster war etwas abenteuerlich, da ich spontan beschloss, vom Kopan-Mönchs-Kloster herhinunterzuspazieren und zu Fuß hinzugehen. Voller Vorfreude marschierte ich los und verpasste in meinem Eifer die richtige Abzweigung, was ich zu dem Zeitpunkt aber noch nicht wusste. Bei der nächsten Möglichkeit nach links zu gehen, fragte ich einige Leute, da ich nirgends ein Schild entdecken konnte. Doch niemand kannte das Kloster, und so irrte ich eine Zeit lang herum, ging auf und ab und hin und her. Schließlich fragte ich eine junge Frau, ob sie für mich Khenpo Karma Yeshe anrufen würde, und so musste er mich doch noch holen kommen. Lachend kam er mit einem etwas klapprigen Jeep angefahren und fuhr mich auf holprigen Straßen zum Nonnenkloster.

Im Kloster angekommen, wurde ich in ein kleines Zimmer geführt und bald darauf mit feinem Gewürztee und Keksen verköstigt. Da ich noch nicht so lange Sponsorin bin, und das Kloster zum ersten Mal besuchte, hatte ich viele Fragen, die Khenpo Karma geduldig und freundlich beantwortete. Bald kam auch Lama Gondup dazu, und ich war sehr berührt von seiner feinfühligen und gütigen Ausstrahlung. Das Gespräch mit den beiden und das Übergeben der mitgebrachten Geschenke war mir eine große Freude. Anschließend zeigte mir Khenpo Karma die Schulzimmer, den Tempel, die Kaffeepflanzen und den Platz für das geplante Gästehaus. Er erzählte mir, dass er jeweils die Esswaren einkaufen geht, und dass sie Wert auf gesundes Essen, frisches Gemüse und Obst legen. Einiges können sie auch aus dem eigenen Garten ernten.

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Am Schluss konnte ich noch ein paar Worte mit meinem 12-jährigen Patenkind sprechen. Wir waren beide ein bisschen verlegen, und ich habe dabei auch ganz vergessen, ein Erinnerungsphoto zu machen. Es hat mich beeindruckt, wie gut das Mädchen schon Englisch spricht. Trotz der verständlichen Scheu, wirkte das Mädchen aufgeweckt und fröhlich.

Das Nonnenkloster liegt sehr schön, mitten im Grünen, und die Atmosphäre ist sehr warmherzig und friedlich. Ich finde die Idee des Gästehauses wunderbar. Es ist ein herrlicher Platz, um sich von einem Trekking oder dem turbulenten Treiben in Kathmandu zu erholen, oder sich Zeit für Meditation und Stille zu gönnen. Ich hoffe sehr, dass genügend Geld für dieses Projekt zusammenkommt, und auch dass ich in Zukunft einmal die Möglichkeit haben werde, für ein paar Tage oder Wochen an diesem schönen Ort zu verweilen und am Klosterleben teilzuhaben.

Lucina Lanfranchi aus Chur, Schweiz