2019-01 Besuchsbericht Michaela Grasreiner und Renate Arichandran

Tara-Puja und Buttertee in Kunsang Choling

Mitte Oktober 2018 waren auch wir zu Besuch im Nonnen-Kloster Kunsang Choling. Dieser Besuch lief sehr ähnlich ab, wie ihn Lucina beschreibt. Allerdings ließen wir uns gleich in Bodanath von unserem Guesthouse abholen.

Bei diesem ersten Besuch brachten wir die Geschenke mit, die uns deutsche Patinnen für ihre Patenkinder mitgegeben hatten, und machten für die Patinnen Fotos ihrer „Kinder“. Dabei wurde ein zweiter Besuch am Ende unserer Nepal-Reise verabredet, um die Antwort-Briefe der Nonnen an ihre Patinnen in Deutschland abzuholen.

Für diesen zweiten Besuch  hatten wir das Versprechen des Khenpo, dass sie ihre frühmorgendliche Tara-Puja extra für uns erst später,  zu zivilen Zeiten, machen würden, Khenpo Karma  Yeshe würde uns um acht im  Guesthouse abholen. Ab acht Uhr gab es das herrliche Frühstück im Guesthouse… o.k., Puja statt Frühstück…

Wartend saßen wir ab acht mit hungrigem Blick im Garten neben den Frühstücksgästen… aber immerhin hatte sich die eisige Kälte des November-Morgens in milde Vormittagsstimmung verwandelt bis wir im Kloster ankamen.

Von Khenpo und  der Headnun wurden wir freudig  wie alte Bekannte begrüßt,  nach unseren Erlebnissen befragt und gebührend für unseren Mut bewundert, von einem so abenteuerlichen Flughafen wie Jomsom (am Anapurna-Massiv) zu fliegen.

Als wir erwähnten, dass wir aber nicht einmal dort in den Bergen tibetischen Buttertee angeboten bekommen hätten, wurden sofort die Nonnen in der Küche darauf angesetzt, uns für später welchen zu kochen.

Inzwischen stärkten normaler Grün-Tee und Kekse uns für die anschließende Puja in der wunderschönen, bunten, tibetischen Gompa. Es war sehr eigen, exotisch- fremd, die jungen Nonnen gaben ihr Bestes und beeindruckten uns mit Trommeln, Tröten und Zimbeln, die ihre Rezitationen lautstark untermalten.  Wir waren sofort gefangen von dieser einzigartigen Atmosphäre. Ein Geschenk!

Als wir anschließend auf der Terrasse saßen, mit Blick auf die  Gompa im tibetischen Stil („die einzige dieser Art in Nepal“ versicherte uns Khenpo Karma Yeshe) wurden wir von unseren Gastgebern eindringlich vorgewarnt.  Es hat sich rumgesprochen, dass Westler sehr eigen auf den salzigen Buttertee reagieren… Tibeter dagegen wundern sich, dass man „Sugar-Tea“ trinken kann  – süßen Tee! Wie seltsam.

Endlich standen die Tassen dampfend vor uns. Der Khenpo und die Headnun hingen mit ihren Blicken an uns, wie Kinder, wenn ihre Kameraden als Mutprobe einen Regenwurm verschlucken müssen.

Was für eine Erleichterung auf allen Seiten, dass uns der Tee tatsächlich schmeckte! Er war allerdings auch nicht mit ranziger Yakbutter, sondern frischer Kuhmilchbutter zubereitet.

Und wenn die SponsorInnen und Sponsoren mittags eine warme Welle spüren, die ihre Seele streift, dann mag es daran liegen, dass die Nonnen in ihrer Morgenpuja täglich der Patinnen und Paten gedenken.

Michaela Grasreiner und Renate Arichandran

KLICKE AUF DAS FOTO UND ES WIRD VERGRÖSSERT IN EINEM NEUEN TAB DARGESTELLT
ZURÜCK ÜBER X