Vier Tage in unserem kleinen Kloster Kunsang Choling
Unser Taxi rumpelt über die holprige Straße, wir haben schon Angst um das Auto, das seinem Fahrer seit vielen Jahren gute Dienste getan hat. Doch dann sind wir da, stehen vor dem weißen, dicht verzierten Tor der Klosteranlage. Vier Tage werden wir im kleinen Nonnenkloster Kunsang Choling, etwas oberhalb von Kathmandu, verbringen.
Spielende Kinder begrüßen und bestaunen uns und es wird klar, dass Touristen hier seltene Gäste sind. Dann kommt auch schon der Khenpo, der Leiter des Klosters, und heißt uns willkommen, zeigt uns unsere Räumlichkeiten. Wir haben eine der zwei schönen, neu gestalteten Gästewohnungen gemietet und teilen uns die Küche mit den Nachbarn.



Jangchup Gurung, eine erfahrene Nonne, die auch für das Büro sowie die Gesundheitsstation zuständig ist, erzählt uns viel über das Klosterleben. Sie stellt uns die Patenkinder vor, für die wir Geschenke mitgebracht haben, und zeigt uns das Gelände. Wir sind herzlich eingeladen, am Klosterleben teilzunehmen. Wir essen mit den Kindern zu Abend, nehmen an einer Puja teil und bekommen Buttertee zum Frühstück. Wir freunden uns mit Jangchup an, ich lerne ein bisschen Nepali, wir singen uns gegenseitig Tara Mantren vor und sie erzählt vom Alltag im Kloster.
Während unserer Zeit in Kunsang Choling sind gerade Schulferien. Tagsüber ist ein Großteil der Nonnen an der großen Stupa in Boudha, Kathmandu. Nur die ganz Kleineren und ein paar wenige der Älteren bleiben vor Ort. Die Kleinen spielen und tollen über das Gelände – es ist ein Freude ihnen zuzuschauen. Am frühen Abend dürfen alle Fernsehen, auch wir werden von den Kindern eingeladen den nepalesischen Zeichentrickfilm mit anzuschauen, bevor es Abendessen gibt.
Wir sind sehr froh, in diesen Tagen einen kleinen Einblick in den Klosteralltag zu bekommen und zu sehen, in welch entspannter und freundlicher Atmosphäre die Mädchen hier aufwachsen. Auch wenn der Tagesablauf (außerhalb der Ferien) streng ist, es ist ein freundlicher Umgang untereinander und die Kinder werden liebevoll umsorgt. Auch wir haben uns sehr wohl gefühlt und willkommen geheißen und hatten erholsame Tage. Und dann heißt es Abschied nehmen und mit erfülltem Herzen reisen wir weiter, rumpeln über die holprige Straße zum nächsten Abenteuer auf unserer Reise durch dieses wunderbare Nepal.
Theonie und Maren