2015-11 Besuchsbericht Barbara Krahl

Besuch bei Lama Gondup in seiner Nunnery  

Zu unserem Programm in der ersten Novemberwoche in Nepal gehörte auch ein Besuch bei Lama Gondup und seiner Nunnery. Er freute sich sichtlich über unseren Besuch und nahm sich viel Zeit für die 4 deutschen Gäste, die ihm Post und Grüße vom „Buddha Tara Förderkreis“ in Berlin mitbrachten.
Gäste im Kloster
Er berichtete von den Ängsten der großen und kleinen Bewohnerinnen des Klosters in den Tagen nach dem Beben, der Furcht, in die durch verschiedene Risse unsicher gewordenen Gebäude zurückzukehren, weshalb man wochenlang im Freien unter Planen übernachtete, aber auch über den Mut und die Energie, anzupacken, zu reparieren und wieder herzurichten, was immer möglich war. Ein Rundgang durch die Gebäude zeigte uns ein unsicher gewordenes Treppenhaus,
beschädigtes Treppenhaus
eingestürzte Stützmauern, die dem aus dem Boden drückenden Quellwasser nicht mehr standgehalten hatten und viele reparable Risse in den Wänden.

Wir besuchten die Schülerinnen in ihrem Unterricht
Besuch im Unterricht
und die Küche mit ihrer ins Freie verlegten Feuerstelle. Denn in ganz Nepal kochen die Menschen derzeit ihre Mahlzeiten auf provisorischen Holzfeuern, weil die Öl- und Gaslieferungen aus Indien blockiert werden. Dazu werden Holzanteile aus den durch das Beben zusammengefallenen Häusern gesammelt. Stolz zeigte uns Lama Gondup den zu seinem Kloster gehörenden Garten mit seinen verschiedenen Früchten, der die Versorgung der Bewohnerinnen garantiert. Ein Stück Rückkehr zur Normalität war geschafft.

Sogar neue Mädchen hatte er gewagt, ins Kloster aufzunehmen. Deren Familien aus dem Gebirge suchten nach den verheerenden Auswirkungen der Beben auf ihre Dörfer Schutz und Versorgung durch Aufnahme im Kloster. Diese Bitte hatte er nicht gewagt zurückzuweisen.

Wir besuchten auch die Gompa (Tempel), an der seit 7 Jahren intensiv gearbeitet wird. Schon auf dem Weg zum Kloster war uns klar geworden, dass der Hang, an dem die Gebäude standen, ordentlich ins Rutschen gekommen war. Der Zufahrtsweg war zwar wiederhergestellt, und die Trümmer der alten Gebäude oberhalb der Gompa waren weggeräumt worden. Aber das Gompagebäude selbst hatte vor allem in der 2. und 3. Etage entscheidende Schäden. Während Risse in der Grundetage reparabel erscheinen, muss im oberen Bereich möglicherweise bereits Erbautes abgerissen und neu errichtet werden. Trotz dieser für uns niederschmetternden Ergebnisse des Erdbebens plant Lama Gondup neben der Wiederherstellung des Gebäudes die Errichtung eines Refugiums für Nonnen, die die 3 Jahre Isolation leben wollen, ein Gebäude für Gäste und die Anlegung eines großen Parkplatzes. Seine Energie und Zuversicht scheinen ungebrochen. Auf uns als seine Gäste, denen er versicherte, wie sehr ihn unsere Anteilnahme und unser Interesse berühre und erfreue, war seine Art, positiv weiterzudenken und zu arbeiten, hoch imponierend. Mit Khatags für eine gute Nachhausereise wurden wir für unseren Besuch belohnt.

Barbara Krahl