Unser Besuch beim Kunsang Choling Nonnenkloster
Im Rahmen unserer Nepalreise besuchten mein Freund und ich im Oktober das Kunsang Choling Nonnenkloster, wo wir ausgesprochen gastfreundlich empfangen wurden. Khenpo Karma Yeshe hatte uns bereits erwartet und lud uns zu einer Tasse Tee und leckeren tibetischen Knabbereien in sein Büro ein. Wir hatten außerdem die Ehre, den Gründer des Klosters, Lama Gondup, kennenzulernen. Mit Khenpo als Übersetzer erzählte uns Lama Gondup, dass die Nonnen jeden Tag für die Unterstützer des Buddha Tara Förderkreises beten. Man konnte seine große Dankbarkeit und Hochachtung gegenüber allen, die dieses Kloster ermöglichen, spüren.
Außerdem sprachen wir – wieder mit Khenpo als Übersetzer – mit zwei älteren Nonnen, denen wir ein paar Kleinigkeiten mitgebracht hatten. Wie sehr sie sich darüber freuten, dass jemand an sie gedacht und ihnen ein Geschenk gemacht hatte! Das war unglaublich berührend. Man merkte, es war nicht in erster Linie der materielle, sondern der emotionale Wert, die Aufmerksamkeit ihnen gegenüber, was sie so glücklich machte.
Nach dem Tee führte Khenpo uns durch das Kloster, und wir durften in zwei Klassenzimmer hineinspicken, wo die Nonnen gespannt ihrer Lehrerin zuhörten.
Auch in dem großen, recht neuen Tempel des Klosters (Sangdhok Palree Temple) konnten wir einen Blick werfen und die wunderschön bemalte Decke bewundern. Von außen ist der Tempel noch ganz grau – nichtsdestotrotz aber schon sehr imposant – er soll aber, wie Khenpo uns erklärte, bald in vielen bunten Farben gestrichen werden.
Ein weiteres geplantes Projekt, für das wir uns interessierten, ist das kleine Guesthouse, wo in Zukunft eine Übernachtungsmöglichkeit für Besucher entstehen soll, die gerne außerhalb des Trubels von Kathmandu die Ruhe des Klosters genießen möchten. Dies würde dem Kloster eine eigenständige Einnahmequelle bringen und es weniger abhängig von Spenden machen. Khenpo zeigte uns den Platz – gleich neben dem Kloster mit einem tollen Blick über Reisfelder – wo das Gebäude für Gäste entstehen soll, und wir konnten uns gut vorstellen, dass dies mal eine wunderschöne Übernachtungsmöglichkeit werden wird.
Als wir uns nach einem sehr interessanten, rührenden und herzlichen Vormittag von Khenpo, Lama Gondup und den Nonnen verabschiedeten, wurden uns, nach tibetischer Tradition, noch einiges Khatags, die Begrüßungsschals, und gute Wünsche mit auf den Weg gegeben.
Eleonore Stolle





